Bernhard Weißbecker


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Wir basteln uns ein Kettenhemd

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Alles was Sie brauchen, um sich Ihr eigenes Kettenhemd zu basteln, ist Folgendes:

a. Eine große Menge von Metallringen (etwa 15.000)
b. Zwei oder drei Zangen
c. Viel Zeit (über 200 Arbeitsstunden)


Und so geht es:
1. Suchen Sie jemanden, der Ihnen die Metallringe verkauft. Die Ringe sollten einen Durchmesser von ca. 12mm haben und aus einem rostfreien Stahl bestehen. Diese Ringe werden hergestellt, indem man Draht zu einer Spule aufwickelt und diese dann zerschneidet oder zersägt. Puristen machen das natürlich selbst - aber kaufen erleichtert die Sache ungemein ... es gibt noch genug zu tun.

2. Zum Einbau in das Hemd benötigen Sie offene Ringe und geschlossene Ringe. Wenn Sie die Ringe erhalten, sind sie in der Regel weder richtig offen noch richtig geschlossen, Sie müssen also jeden einzelnen Ring erst mal vorbereiten (Sie können die Ringe auch so wie sie sind als "geschlossene Ringe" verwenden, aber das ist nicht so schön und kratzt auf der Haut...). Für das Bearbeiten der Ringe benötigen Sie zwei Zangen. Ich empfehle, den Ring mit einer Flachzange zu halten und mit einer Kombizange zu bearbeiten (Abb. 1) (die blassblauen Balken sollen die Backen der Flachzange darstellen). Drücken Sie den Ring mit der Kombizange zusammen, so dass die Enden leicht überlappen (a). Dabei müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht zu fest drücken, denn sonst wird der Ring verbogen. Biegen Sie den Ring so, dass die Enden genau gegeneinander liegen (b). Der Ring ist jetzt fest geschlossen (c). Um einen offenen Ring zu produzieren, gehen Sie genauso vor, in Schritt (b) drehen Sie den Ring aber so, dass eine ca. 3 mm breite Öffnung entsteht.

Abb.1

3. Erzeugen Sie eine einfache Kette. Mit jedem offenen Ring bauen Sie zwei geschlossene Ringe ein (Abb. 2).

Abb. 2

4. Legen Sie die Kette vor sich auf den Tisch und fügen Sie dem Kettengewebe Reihe um Reihe zu. Sie starten jede neue Reihe, indem Sie einen offenen Ring zusammen mit zwei geschlossenen Ringen einbauen. Für den Rest der Reihe wird mit jedem offenen Ring ein geschlossener Ring eingefügt. Der blaue Pfeil in Abb. 3 zeigt die Richtung, in der das Kettengewebe langsam wächst. Er korrespondiert mit dem blauen Pfeil in Abb. 4.


Abb. 3

5. Erstellen Sie ein "Schnittmuster" wie in Abb. 4 gezeigt. Die Nummern bezeichnen die Anzahl der Ringe an den jeweiligen Seiten. Die Zählweise entspricht den in Abb. 3 eingefügten Nummern (1, 2, 3, ...). Die gegebenen Zahlen sind gültig, wenn Sie Ringe mit einem Durchmesser von 12 mm verwenden (und Ihr Brustumfang nicht allzu weit über 1 m liegt). Vergessen Sie nicht das Loch für Ihren Kopf. Sie können das Loch erst mal größer als nötig machen und dann optimieren, wenn der Rest des Hemdes fertig ist. Beachten Sie, dass Sie die richtige Richtung beim Weben des Hemdes einhalten (blauer Pfeil).

Abb. 4

6. Wenn Sie mit dem gezeigten Schnittmuster fertig sind, verbinden Sie die Kanten des Hemdes, so dass eine Art "T-shirt" entsteht. Das Kettenhemd sieht um so eindrucksvoller aus, le länger es ist. Wenn es bis zu Ihren Knien gehen soll, kann Sie das schon 20.000 Ringe kosten. 1000 Ringe (12 mm AD) wiegen ca. 450g. Ihr fertiges Hemd kann dann schon so 7 bis 10kg wiegen.

WICHTIGER HINWEIS ! Dieses Kettenhemd schützt Sie nicht vor Pfeilen oder gar Kugeln. In einem "echten" Kettenhemd waren die Enden der Ringe verschweißt bzw. vernietet, so dass sie von einem Pfeil nicht so leicht aufgebogen werden konnten. Gegen eine Armbrust hat aber auch das unter Umständen nicht ausgereicht, noch nicht einmal, wenn man mehrere Lagen des Kettengewebes übereinander trug. Lassen Sie sich also nicht durch Ihr Kettenhemd zu leichtsinnigen Spielen verleiten!


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